Scope 3 Emissionen reduzieren: Warum neue IT oft das eigentliche Problem ist

Was Unternehmen über IT-Herstellung, Lieferketten und Refurbishment wissen sollten

11.3.2026

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Scope 3 Emissionen machen in vielen Unternehmen den größten Teil der gesamten CO₂-Bilanz aus. Häufig reden wir über 70 und 90 % der gesamten Emissionen. Ein Bereich wird dabei oft unterschätzt: IT-Hardware. Ein großer Teil der Emissionen entsteht schon bei Rohstoffen, Produktion und Transport. Wenn du deine Scope 3 Emissionen senken willst, musst deshalb auch auf den Lebenszyklus deiner IT schauen.

Was sind Scope 3 Emissionen?

Scope 3 Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Sie entstehen also außerhalb des eigenen Betriebs, gehören aber trotzdem zum Corporate Carbon Footprint.

Die Definition stammt aus dem Greenhouse Gas Protocol, dem international wichtigsten Standard zur Bilanzierung von Emissionen. Emissionen werden dort in drei Bereiche eingeteilt:

Scope 1

Direkte Emissionen im eigenen Unternehmen, z. B. durch Firmenfahrzeuge, Heizungen oder Produktionsanlagen.

Scope 2

Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, etwa Strom oder Fernwärme.

Scope 3

Alle weiteren indirekten Emissionen entlang der Lieferkette, z. B. durch eingekaufte Produkte, Transport, Nutzung und Entsorgung.

Gerade Scope 3 ist für viele Unternehmen der größte Posten, gleichzeitig aber der am schwierigsten zu kontrollierende.

Wo Scope 3 Emissionen wirklich entstehen

Das Greenhouse Gas Protocol unterteilt Scope 3 Emissionen in 15 Kategorien. Sie zeigen, an welchen Stellen entlang der Wertschöpfungskette Emissionen entstehen.

Für Unternehmen mit vielen digitalen Arbeitsplätzen sind vor allem diese Kategorien relevant:

Kategorie Bedeutung
Purchased Goods and Services Emissionen aus eingekauften Produkten, z. B. Laptops oder Smartphones
Capital Goods Investitionsgüter wie Server oder Infrastruktur
Waste Generated in Operations Emissionen aus Abfall und Entsorgung
Use of Sold Products Energieverbrauch während der Nutzung
End-of-Life Treatment Emissionen aus Recycling oder Entsorgung

Gerade bei IT zeigt sich ein interessanter Punkt: Schon der Kauf neuer Hardware fällt direkt in die Kategorien „Purchased Goods and Services“ und „Capital Goods“. Ein großer Teil der Scope 3 Emissionen entsteht also bereits in dem Moment, in dem neue Geräte beschafft werden.


Warum Scope 3 inzwischen auf jeder Nachhaltigkeitsagenda steht

Vor ein paar Jahren haben viele Unternehmen vor allem ihre direkten Emissionen betrachtet. Heute verschiebt sich der Fokus deutlich Richtung Lieferkette. Mehrere Entwicklungen treiben das Thema gerade stark voran:

Neue regulatorische Vorgaben

Mit der CSRD und der EU-Taxonomie müssen immer mehr Unternehmen ihre Emissionen detailliert offenlegen. Dazu gehört auch ein transparenter Blick auf Scope 3.

ESG-Reporting und Nachhaltigkeitsberichte

Investoren, Banken und Geschäftspartner erwarten belastbare Daten zum Corporate Carbon Footprint. Ohne Scope 3 bleibt diese Bilanz unvollständig.

Druck aus der Lieferkette

Große Unternehmen verlangen von ihren Lieferanten zunehmend Informationen zu Emissionen und Klimazielen.

Wettbewerb um nachhaltige Beschaffung

Viele Organisationen haben sich eigene CO₂-Reduktionsziele gesetzt und prüfen deshalb genauer, welche Produkte sie einkaufen.

Dadurch wird Scope 3 nicht mehr nur ein Thema für Nachhaltigkeitsabteilungen. Einkauf, IT und Beschaffung geraten stärker in den Fokus.

Wie lassen sich Scope 3 Emissionen berechnen?

In der Praxis nutzen Unternehmen dafür meist drei Methoden.

1. Ausgabenbasierte Methode

Hier werden Einkaufsdaten mit Emissionsfaktoren verknüpft.

Beispiel:
Ein Unternehmen kauft IT-Hardware für 1 Mio. €.
Dafür wird ein durchschnittlicher CO₂-Faktor für diese Produktgruppe angesetzt.

Diese Methode ist einfach umzusetzen, aber relativ ungenau.

2. Aktivitätsbasierte Methode

Hier werden konkrete Aktivitätsdaten verwendet.

Beispiel:

  • Anzahl gekaufter Laptops
  • Transportwege
  • Energieverbrauch

Diese Methode ist deutlich genauer.

3. Lieferantenspezifische Daten

Die präziseste Variante nutzt Daten direkt vom Hersteller oder Lieferanten.

Beispiel:

  • CO₂-Fußabdruck eines bestimmten Laptop-Modells
  • Lebenszyklusanalysen des Herstellers

Der größte CO₂-Fußabdruck eines Laptops entsteht lange vor dem Einschalten

Bei IT-Geräten liegt der größte Teil der Emissionen nicht im Betrieb, sondern in der Herstellung.

Dazu gehören mehrere Schritte:

  • Rohstoffabbau für Metalle und seltene Erden
  • Produktion der Komponenten, etwa Chips, Displays oder Akkus
  • Montage und Transport über globale Lieferketten

Diese Prozesse bestimmen den größten Teil der CO₂-Bilanz eines Geräts. Die Nutzung selbst verursacht vergleichsweise wenig Emissionen.

Ein paar Beispiele aus Lebenszyklusanalysen:

Gerät CO₂-Emissionen Herstellung
Laptop ca. 250–350 kg CO₂
Smartphone ca. 70–90 kg CO₂
Desktop PC ca. 400 kg CO₂

Der einfachste Weg, Scope 3 zu senken: Geräte länger nutzen

Wenn der größte Teil der Emissionen schon bei der Herstellung entsteht, verschiebt sich die Perspektive auf den IT-Lifecycle. Dann geht es nicht mehr nur um Energieverbrauch, sondern darum, wie lange ein Gerät tatsächlich genutzt wird.

Je länger Hardware im Einsatz bleibt, desto stärker verteilen sich die Emissionen der Produktion über mehrere Nutzungsjahre. Dadurch sinkt der CO₂-Impact pro Jahr deutlich.

Ein einfaches Beispiel:

  • Laptop wird 3 Jahre genutzt
    Die Emissionen aus Herstellung und Transport verteilen sich nur auf drei Jahre. Der CO₂-Impact pro Nutzungsjahr ist entsprechend hoch.
  • Laptop wird 6 Jahre genutzt
    Dieselben Produktions-Emissionen verteilen sich auf doppelt so viele Jahre. Der jährliche CO₂-Impact sinkt deutlich.

Genau hier setzt nachhaltige IT-Beschaffung an. Unternehmen betrachten nicht nur den Einkaufspreis eines Geräts, sondern den gesamten Lebenszyklus. Je besser der IT-Lifecycle organisiert ist, desto stärker lässt sich der Emissionsanteil aus der Herstellung relativieren.

Refurbished IT: Wenn Hardware ein zweites Leben bekommt

Ein Ansatz, der genau an diesem Punkt ansetzt, ist Refurbished IT. Dabei werden gebrauchte Business-Geräte professionell geprüft, technisch aufbereitet und anschließend wieder in den Einsatz gebracht. Ein Laptop oder Server bekommt so ein zweites, manchmal sogar ein drittes Nutzungsleben.

Der Effekt auf Scope 3 Emissionen liegt auf der Hand. Für das Gerät muss keine neue Produktion stattfinden. Rohstoffe müssen nicht erneut abgebaut werden und der energieintensive Herstellungsprozess entfällt. Gleichzeitig verlängert sich die Nutzungsdauer der vorhandenen Hardware und deutlich weniger Geräte landen frühzeitig im Elektroschrott.

Für Unternehmen hat das mehrere Konsequenzen:

  • weniger Emissionen in der Lieferkette
  • bessere Werte im ESG-Reporting und im Corporate Carbon Footprint
  • geringere Kosten bei der Beschaffung von Business-Hardware

Refurbished IT verschiebt damit den Fokus weg vom schnellen Geräteaustausch hin zu einer längeren und sinnvolleren Nutzung vorhandener Technik.

Wie Unternehmen Scope 3 im IT-Bereich konkret senken

Die Theorie hinter Scope 3 Emissionen ist schnell erklärt. Spannend wird es erst, wenn Unternehmen ihren IT-Lifecycle tatsächlich anpassen. Genau dort entstehen die Hebel, die sich direkt in der CO₂-Bilanz und im Nachhaltigkeitsreport bemerkbar machen.

Ein paar Ansätze haben sich in der Praxis bewährt:

  • Refurbished Geräte einkaufen
    Wer auf professionell aufbereitete Business-Hardware setzt, reduziert Emissionen aus der Kategorie „Purchased Goods“. Ein neues Gerät muss in diesem Fall erst garnicht produziert werden.
  • Alte IT strukturiert zurückführen
    Statt ausgemusterte Geräte im Lager zu stapeln oder zu entsorgen, werden sie zurückgeführt, geprüft und wiederverwendet. Das reduziert Elektroschrott und stärkt die IT-Kreislaufwirtschaft.
  • Den IT-Lifecycle bewusst planen
    Geräte werden nicht automatisch ersetzt, sobald sie abgeschrieben sind. Viele Business-Modelle laufen technisch deutlich länger stabil.
  • Lifecycle-Daten ins CO₂-Reporting integrieren
    Wer weiß, wie lange Geräte genutzt werden und was mit ihnen nach der Nutzung passiert, hat bessere Daten für Nachhaltigkeitsberichte und ESG-Reporting.

Alte Vorurteile über gebrauchte IT halten sich hartnäckig

Trotz steigender Nachfrage gibt es in vielen Unternehmen noch Vorbehalte gegenüber Refurbished IT. Oft stammen diese aus Erfahrungen mit einfachen Gebrauchtgeräten aus dem Consumer-Bereich, nicht aus professionell aufbereiteter Business-Hardware.

Ein paar Einwände tauchen dabei immer wieder auf:

  • „Refurbished Geräte sind unsicher.“
    Professionelle Anbieter löschen Daten nach zertifizierten Verfahren und dokumentieren den Prozess vollständig. Sensible Unternehmensdaten bleiben dadurch geschützt.
  • „Die Qualität ist schlechter.“
    Business-Geräte werden für lange Laufzeiten entwickelt. Viele Modelle funktionieren technisch problemlos deutlich länger als typische Austauschzyklen in Unternehmen.
  • „Das passt nicht zu unseren IT-Standards.“
    Refurbished Hardware stammt häufig aus großen Unternehmensumgebungen. Modelle, Konfigurationen und Ersatzteile sind standardisiert und damit gut integrierbar.

Viele dieser Vorbehalte stammen aus einer Zeit, in der gebrauchte IT kaum strukturiert aufbereitet wurde. Warum viele dieser Annahmen heute nicht mehr stimmen, zeigt dieser Beitrag genauer: „5 Mythen über gebrauchte IT – und warum sie längst überholt sind“.


Fazit: Wer Scope 3 ernst meint, muss seine IT anders denken

Scope 3 Emissionen entstehen zum großen Teil außerhalb des eigenen Unternehmens. Vor allem dort, wo Produkte hergestellt, transportiert und später entsorgt werden. Gerade bei IT-Hardware fällt dieser Anteil besonders ins Gewicht, weil Produktion und Rohstoffe den größten Teil der CO₂-Bilanz verursachen.

Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf den gesamten Lebenszyklus der Geräte. Wer Hardware länger nutzt, professionell zurückführt und Refurbished IT in die Beschaffung integriert, reduziert Emissionen direkt in der Lieferkette. Gleichzeitig bleiben leistungsfähige Geräte im Einsatz, statt frühzeitig ersetzt zu werden.

Noch unsicher, ob Refurbished IT zu deinem Unternehmen passt? Oder hast du Fragen zu IT-Remarketing und zur Rücknahme eurer alten Hardware? Dann nimm Kontakt zu uns auf – wir beraten dich gern!

FAQ

Was sind Scope 3 Emissionen?

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Scope 3 Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Dazu gehören z. B. Emissionen aus eingekauften Produkten, Transport, Nutzung und Entsorgung. In vielen Unternehmen machen sie den größten Teil der gesamten CO₂-Bilanz aus.

Warum sind Scope 3 Emissionen für Unternehmen so hoch?

Blauer Pfeil nach unten

Weil sie die komplette Lieferkette abdecken. Dazu gehören Rohstoffabbau, Produktion, Transport und Entsorgung von Produkten. Gerade bei technischen Geräten entsteht ein großer Teil der Emissionen bereits in der Herstellung.

Wie lassen sich Scope 3 Emissionen reduzieren?

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Unternehmen können Scope 3 Emissionen vor allem über ihre Beschaffung und Lieferkette reduzieren. Dazu gehören z. B. nachhaltigere Lieferanten, längere Produktlebenszyklen, Kreislaufwirtschaft und der Einsatz von Refurbished IT.

Wie hoch sind die CO₂-Emissionen eines Laptops?

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Die Herstellung eines Laptops verursacht je nach Modell etwa 250 bis 350 kg CO₂. Ein großer Teil dieser Emissionen entsteht bei Rohstoffen, Produktion und Transport. Die eigentliche Nutzung im Büro macht nur einen vergleichsweise kleinen Anteil aus.

Was bedeutet Refurbished IT für Unternehmen?

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Refurbished IT sind professionell aufbereitete Business-Geräte, die nach Prüfung und technischer Überarbeitung erneut eingesetzt werden. Unternehmen können dadurch Kosten sparen, Ressourcen schonen und Scope 3 Emissionen reduzieren.

Erreichte Nachhaltigkeitsziele

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Beleuchtung

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CO2 Neutralität

Wir gleichen unseren ökologischen Fußabdruck aus, indem wir für jedes Feedback in der Google-Bewertungsaktion einen Baum pflanzen und somit 5 Tonnen CO2 neutralisieren.

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Durch digitale Unterschriften haben wir den Papierverbrauch im Personalbereich erheblich reduziert, z. B. von 62 auf nur noch 12 Seiten bei Einstellungen.

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Seit 2020 haben wir eine eigene Ladestation für E-Fahrzeuge, um die umweltfreundliche Mobilität weiter voranzutreiben.

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Um unseren Papierverbrauch zu reduzieren, haben wir gedruckte Zeitschriften, Fachliteratur und Werbematerialien auf digitale Alternativen umgestellt.

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Wir unterstützen seit 2020 die Allianz für Entwicklung und Klima des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Allianz setzt auf das Potenzial von freiwilligem Engagement und die Hebelwirkung von CO2-Kompensationsprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern.
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Die ALLIANZ Klima & Umwelt ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die über das aktive Engagement im eigenen Betrieb hinaus für Klima- und Umweltschutz sensibilisieren und motivieren möchten. Die Mitgliedsunternehmen selbst sind alle klimaneutral. Dies gelingt den Unternehmen, in dem sie gemäß dem strategischen Dreiklang des Kyoto-Protokolls ihre verursachenden Emissionen erfassen, reduzieren und kompensieren.
www.allianz-klima-umwelt.de

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